KONZERTHAUS KLAGENFURT
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9020 Klagenfurt a.W.
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Konzerthaus Klagenfurt

geschichte

Mit dem Konzerthaus Klagenfurt schuf sich das aufstrebende Bürgertum in der Kärntner Landeshauptstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren zweiten kulturellen Ausdrucksort neben dem Stadttheater. Finanziert mit Mitteln der Kärntner Sparkasse entwarf der Grazer Architekt Leopold Theyer ein Musik- und Veranstaltungsgebäude im zeittypischen Stil des späten Historismus. Dabei wurden – wie bei zahlreichen ähnlichen Konzerthäusern und Veranstaltungssälen der Gründerzeitepoche - Elemente des Barocks mit jenen der Renaissance durchaus frei kombiniert. Als gestalterische Inspiration für die Anlage des Klagenfurter Konzerthaus wird das Wiener Musikvereinsgebäude angesehen, dessen strenge lineare und kubische Formen von Theophil Hansen kreiert wurden.


Konzerthaus Klagenfurt 1903/1904


Eröffnung 1900

Nach knapp zweijähriger Bautätigkeit wurde das Konzerthaus am 5. Juli 1900 feierlich eröffnet und stand bereits kurz danach in der Kritik. Diese entzündete sich zum einen an der zu knapp bemessenen Garderobe und zum anderen an der Akustik des Großen Saales, an dem vor allem ein „übergroßer Nach- und Gegenhall“ bemängelt wurde, der durch die Raumproportionen verursacht wurde.


Erste Adaptierungen

Mit der Errichtung eines Musikpavallions in der südöstlich gelegenen Parkanlage waren ab dem Jahr 1903 auch Freiluftveranstaltungen möglich, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Acht Jahre später, am 3. Dezember 1911, erklangen erstmals die Töne der zweitgrößten Orgel der k. und k. Monarchie, die in der Bühnennische des Großen Saales platziert wurde. Diesen Einbau nutzte Architekt Theyer um die akustischen Probleme weitgehend zu eliminieren.


Übernahme durch „Reichsgau Kärnten“

1939 überließ die Kärntner Sparkasse unter dem Zwang der damaligen Verhältnisse das nunmehr so bezeichnete „Musiksaalgebäude“ dem Reichsgau Kärnten als neuem Träger des „Grenzlandkonservatoriums“.


Beschädigung 1944

Beim Luftangriff am 27. Dezember 1944 wurde das Haus von sechs Bomben getroffen und beschädigte mehr als die Hälfte der Bausubstanz schwer. Die Decke des Großes Saales stürzte ein und dabei wurde die gesamte Einrichtung mitsamt der Konzertorgel ebenso zerstört wie die Stiegenhäuser und zahlreiche Nebenräume. Nur der kleine Konzertsaal – heute „Mozartsaal“ – und in einigen Bereichen das Foyer blieben in ursprünglicher Dekoration erhalten.


Wiederaufbau 1951/52

Fünf Jahre nach Kriegsende sicherte sich das Land Kärnten die Eigentumsrechte am nunmehrigen „Konzerthaus“ Klagenfurt. Mit dem Wiederaufbau – der eigentlich ein durch die massiven Bombenschäden verursachter Neubau war - wurde 1951 nach den Plänen des gebürtigen Wiener Architekten Martin Schmid begonnen. Schmid veränderte die Fassade radikal, ein Flachdach wurde gebaut und sämtliche Gründerzeitdekorationen beseitigt.


Erweiterung

Das Gebäude wurde nach Süden erweitert, um damit im Erdgeschoss Raum für die Gastronomie und im darüber gelegenen ersten Stock einen Proberaum für 100 Personen („Blauer Saal“) zu schaffen. Ein neuaufgesetztes zweites Geschoss schuf zusätzliche, dringend benötigte Unterrichtsräume für die Studierenden des Kärntner Landeskonservatoriums.


Neugestaltung des Konzertsaals

Auch der Große Saal („Konzertsaal“) erfuhr eine völlige Neugestaltung und gilt heute als ein prägendes Beispiel für den Stil der Wiederaufbauzeit. Die Kapazität des mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Raumes wurde mit 740 Klappstühlen beinahe verdoppelt - das wirkte sich wiederum vorteilhaft auf die Akustik aus. Der in Hufeisenform geschwungene Balkon, die Wandvertäfelung, die Tapezierung sowie das in Nussholz ausgeführte Orchesterpodium bilden gemeinsam mit den Kristalllustern, den Türblättern und den Heizkörperverkleidungen ein anspruchsvolles Ensemble. Das neue Gebäude wurde am 4. September 1952 eröffnet.

Die neue Konzertorgel mit 63 Registern und 5510 Pfeifen fand 1952/53 hinter der Bühne des Konzertsaals ihren Standort.

Im Foyer zieren seit 1952 allegorische Gemälde "Genien der Musik" des Künstlers Ernst Graef in Sgraffito- und Freskotechnik den Eingang zum Großen Saal.


Erweiterung des Angebots

Der Umbau ermöglichte eine Erweiterung des Veranstaltungsangebots über die ursprüngliche Nutzung für Konzerte und künstlerische Aufführungen hinaus. Ab diesem Zeitpunkt galt das Konzerthaus Klagenfurt auch als erste Adresse für Tagungen, Bankette, Empfänge und vor allem Bälle.


Aufstockung 1992 - 1994

In der letzten Dekade des 20 Jahrhunderts erfolgte ein weiterer Umbau des Konzerthauses. Der aus einem Wettbewerb als Siegerprojekt hervorgegangene Entwurf des Klagenfurter Architekten Dipl. Ing. Edgar Egger sah eine Aufstockung des Gebäudes vor. Im dritten Geschoss wurde ein neuer Veranstaltungssaal, 20 Unterrichtsräume, eine Bibliothek und zwei Dachterrassen errichtet.

Das Kunstprojekt "Der letzte Raum" von Rudi Benetik führt über "Klangleiter" und "Klangwolken" in die Bibliothek.


Sanierung des Konzertsaals 2013

Im Zuge der letzten großen Sanierung 2013 wurde die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude umgesetzt. Im Großen Saal wurde die Bühnenfläche auf 140 m2 vergrößert, die Wandbemalung nach historischem Vorbild mit Schablonenmalerei erneuert, der Holzboden ebenfalls nach historischem Vorbild ersetzt. Bühnentechnik und Klimaanlage wurden auf den neuesten Stand gebracht.

Die Konzertorgel wurde aus Platzgründen abgebaut und nur einige Orgelpfeifen als Dekoration belassen und ins Bühnenbild integriert. Eine nachträgliche Bestückung mit einer digitalen Konzertorgel wurde aber planerisch berücksichtigt.


Umbauarbeiten 2019

Aufgrund der neuen Raumanforderungen durch die Umwandlung des Landeskonservatoriums in die Gustav-Mahler-Privatuniversität mit 15.07.2019 wird die ehemalige Schulwartwohnung im 2. Stock zu Büros umgebaut, ein neues Büro für das Studienservice im 1. Stock und Übekojen im Keller errichtet.


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